Praxis · · 3 Min. Lesezeit
Angebote im Handwerk: vom Aufmaß zum fertigen Angebot
Ein Kunde ruft an: Er möchte eine Wallbox in seiner Garage. Der Monteur fährt hin, misst, macht Fotos und notiert, was zu tun ist. Ab da beginnt die Arbeit, die in vielen Betrieben abends am Schreibtisch passiert: Notizen zusammensuchen, Positionen aus alten Angeboten kopieren, Preise nachschlagen, rechnen, formulieren.
Genau diese Arbeit kann eine digitale Fachkraft übernehmen. Nicht die Kalkulation selbst, die bleibt Ihre Sache. Aber das Zusammenstellen und Rechnen nach Ihren Regeln.
Bausteine statt alter Angebote
Viele Betriebe arbeiten mit ihren alten Angeboten als Vorlage. Das funktioniert, hat aber einen Haken: Mit jeder Kopie wandern auch alte Preise und Formulierungen mit, die eigentlich nicht mehr stimmen.
Besser sind geprüfte Bausteine. Ein Baustein beschreibt eine Leistung so, wie Sie sie anbieten: was dazugehört, welche Zeit Sie ansetzen, welches Material üblich ist. Die Bausteine stehen im Betriebshandbuch, zusammen mit Ihrer Preisliste, Ihren Stundensätzen und Ihren Kalkulationsregeln.
Wie die Fachkraft rechnet
Die Fachkraft für Angebote stellt aus diesen Bausteinen die Positionen zusammen und rechnet jede Position mit Ihren Werten: Zeit mal Stundensatz plus Material, gewähltes Material mit Ihrem Aufschlag. Ein Rechenblatt zeigt für jede Position, wie der Preis zustande kommt, dazu den Lohn- und den Materialanteil.
Das ist wichtig, weil Sie so prüfen können, statt nachzurechnen. Sieht eine Zahl seltsam aus, erkennen Sie sofort, ob die Zeit, der Stundensatz oder das Material nicht passt.
Bedarfspositionen, Annahmen und Ausschlüsse kommen ebenfalls ins Angebot. Also genau das, was später im Streitfall den Unterschied macht, zum Beispiel „Kernbohrung nur bei Bedarf“ oder „Erdarbeiten nicht enthalten“.
Was vor der Besichtigung passiert
Ein guter Teil der Arbeit liegt vor dem Termin vor Ort. Kommt eine Anfrage herein, zeigt die Fachkraft, welche Angaben noch fehlen. Bei der Wallbox wären das etwa die gewünschte Ladeleistung, ob der Kunde das Gerät schon hat und wie weit es vom Hausanschluss bis zur Garage ist. So klären Sie Rückfragen vorher und fahren nicht zweimal raus.
Nach dem Aufmaß
Nach der Besichtigung halten Sie Mengen, gewählte Materialien und Prüfpunkte als Notiz fest. Die Fachkraft wählt daraus die passenden Bausteine und rechnet Positionen und Summen. Sie prüfen das Ergebnis und geben frei. Erst dann geht das Angebot hinaus.
Diese Reihenfolge ist fest eingebaut. Die Fachkraft arbeitet in der Befugnisstufe „Entwerfen & rechnen“: Alles bleibt Entwurf, bis die Vertriebsleitung es geprüft hat.
Wo die Grenzen liegen
Eine digitale Fachkraft rechnet so gut wie die Bausteine, die sie bekommt. Solange in einem Baustein noch Startwerte stehen, weist sie im Angebot darauf hin.
Sie ersetzt auch nicht den Blick vor Ort. Ob die Leitung zur Garage reicht oder erneuert werden muss, sieht der Monteur, nicht die KI. Und manches Angebot ist so ungewöhnlich, dass keine Bausteine passen. Das schreiben Sie wie bisher selbst. Die Fachkraft ist für die Angebote gedacht, die immer wieder ähnlich sind. Davon gibt es in den meisten Betrieben mehr als genug.
Und nach dem Angebot?
Ein Angebot ist erst der Anfang. Wer nicht nachfasst, verliert manchen Auftrag an den Mitbewerber, der sich zuerst meldet. Das übernimmt die Fachkraft für Akquise: Sie erinnert an fällige Schritte und entwirft Nachrichten zum Nachfassen, die Sie vor dem Versand freigeben.
Ein Beitrag der a. scheller edv-beratung, Anbieter von Digitale Fachkraft. Stand: 20. Oktober 2026.